
Einleitung
Wenn wir von der „richtigen Hardware-Auswahl“ sprechen, meinen wir weit mehr als die Entscheidung für einen bestimmten Chip oder ein Modul. Es geht darum, von Anfang an eine Hardware zu wählen, die das Produkt, die Software, die Produktionsprozesse, die Bauteilversorgung, das Testen und die Serienproduktion optimal unterstützt – mit minimalem Risiko und maximaler Geschwindigkeit.
Warum ist die Hardware-Auswahl so entscheidend für die Entwicklungszeit?
In der Hardwareentwicklung dauern Design-, Produktions-, Test- und Anpassungszyklen deutlich länger als in der Softwareentwicklung. Laut Instrumental kann ein Build-Test-Zyklus für Hardware mehrere Monate in Anspruch nehmen. Verzögert sich ein Bauteil, verzögert sich alles andere automatisch mit.
Fehlt die Hardware an notwendigen Funktionen oder unterstützenden Modulen – etwa aus einer schwachen Softwarebibliothek, fehlender Protokollunterstützung oder limitiert verfügbarer Bauteile – muss das Team Anpassungen vornehmen. Genau das führt zu Verzögerungen. Teleconnect weist darauf hin, dass ein häufiger Fehler darin besteht, „den Lebenszyklus und die Verfügbarkeit von Bauteilen zu vernachlässigen“.
Wird die Hardware hingegen von Anfang an richtig gewählt, können Hardware- und Software-Teams parallel arbeiten, schneller Prototypen erstellen und den Entwicklungsprozess erheblich beschleunigen.
Wichtige Aspekte für die richtige Hardware-Auswahl
- Kompatibilität mit Software und Kommunikationsprotokollen: Eine Plattform zu wählen, die nativ die gewünschten Protokolle unterstützt (z. B. MQTT, CoAP, HTTP/REST im IoT), reduziert die Integrationszeit deutlich.
- Bauteilverfügbarkeit und Lebenszyklus: Bauteile, die schnell vom Markt verschwinden oder deren Versorgung unsicher ist, verursachen Verzögerungen. Dann muss ein neues Bauteil ausgewählt und das Design angepasst werden.
- Parallele Entwicklung von Hardware und Software: Design-Reuse empfiehlt, Hardware und Software gleichzeitig zu entwickeln, um die Time-to-Market zu verkürzen.
- Modularität und Rapid-Prototyping: Modular aufgebaute Hardware ermöglicht es, Teile schnell umzusetzen und andere später. Standardkomponenten, fertige Module oder Development Kits steigern die Geschwindigkeit erheblich.
- Frühe Bewertung von Produktions- und Testprozessen: Die Hardware-Auswahl sollte auch die spätere Produktion und Tests berücksichtigen. Späte Änderungen sind in der Regel teuer und zeitaufwendig.
Wie kann die richtige Auswahl die Entwicklungszeit „halbieren“?
- Weniger umfangreiche Hardware-Iteration: Geeignete Bauteile und gute Softwareunterstützung reduzieren die Notwendigkeit für aufwendige Redesigns.
- Parallele Entwicklung: Software kann früher starten, Tools und Kits stehen schneller bereit, und der Gesamtprozess beschleunigt sich.
- Weniger Verzögerungen durch Bauteilwechsel oder Versorgungslücken: Stabile Bauteile reduzieren Produktionsverzögerungen.
- Schnellere Prototypen: Ein geeigneter Prototyp ermöglicht frühzeitiges Feedback, schnellere Entscheidungen und insgesamt mehr Tempo im Projekt.
Kombiniert können diese Faktoren die Entwicklungszeit deutlich verkürzen – bei einer durchdachten Auswahl kann die Time-to-Market um bis zu 50 % verkürzt werden.
Fazit
Die richtige Hardware-Auswahl ist ein fundamentaler, oft unterschätzter Schritt in der Hardware-Produktentwicklung. Wer hier von Anfang an Zeit und Expertise investiert, spart später enorm: Die Entwicklungszeit kann um die Hälfte reduziert werden. Für Unternehmen, die schneller auf den Markt kommen möchten, ist der Return on Investment dieser Entscheidung enorm.